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umg.info 2001 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
2001/2002: Internationales Jahr der Biodiversität
Wissenschaftler warnen weltweit vor dem großen Aus- sterben |
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Fort Collins/Colorado (pte, 21. Januar 01) - Amerikanische Wissenschaftler
haben 2001 und 2002 zum International Biodiversity Observation Year
(IBOY) erklärt. Die Forscher wollen damit auf die Gefahren
des Aussterbens von Tier und Pflanzenarten hinweisen und wollen
mit der Aktion auf die Unwissenheit über die biologischen Zusammenhänge
unseres Planeten aufmerksam machen: Insgesamt sind auf der Erde
erst rund 1,8 Mio. Tiere und Pflanzen beschrieben worden, geschätzte
12 Mio. Spezies sind mehr oder minder nicht erforscht.
"Biodiversität wird an der Anzahl der Spezies von Pflanzen,
Tieren und Kleinstlebewesen gemessen. Biodiversität ist aber
auch an der Zahl enormer Verschiedenheit einzelner Gene, die diese
Pflanzen und Tiere ausmachen, messbar", so Diana Wall, Biologin
der Colorado State University.
"Wir wissen über die Biodiversität unseres Planeten
so gut wie nichts. Von 99 Prozent der Lebewesen haben wir keine
genauen Informat- ionen über Verteilung, Vorkommen und darüber,
ob sie vom Aussterben bedroht sind oder nicht", so die Biologin.
"Wir kennen auch nicht die Rolle, die viele dieser Lebewesen
für den Ablauf der Kompostierung von Müll oder der Verbesserung
von Trinkwasser haben." Das internationale Team von Wissen- schaftlern,
das hinter dem Projekt IBOY steht, sieht die bessere Kenntnis der
Lebewesen als die größte Herausford- erung des 21. Jahrhunderts.
"Die bessere Kenntnis von Lebewesen öffnet Wege in ein
weites Betätigungsfeld für Genetiker. Es kann zur Entwicklung
neuer Medikamente führen, zu besseren Ernteergebnissen führen
und verschmutzte Landstriche reinigen", so Wall. Darüber
hinaus sollen die Zusammenhänge eines funktion- ierenden und
gesundes Öko-Systems erforscht werden. All das diene dem besseren
Überleben auf der Erde. Dabei sollen neue Technologien wie
das Internet, die Genforschung, Satelliten, die Veränderungen
der Flora und Fauna dokument- ieren und in Folge eine weltweite Nutzung
der erforschten Daten möglich machen.
"Wir Wissenschaftler befürchten, dass viele Arten aussterben
könnten, ehe wir sie genauer entdecken und beschreiben. Die
Raten, mit denen Lebensformen auf der Erde verschwinden, liegen
heute 100 bis 1.000 Mal höher als in Zeiten, in denen die Erde
ohne menschlichen Einfluss war", erklärt Stuart Pimm,
Biologe an der Columbia Universität. Es habe in der Geschichte
der Erde fünf große Massensterben gegeben. Wir könnten
unmittelbar vor einem weiteren stehen, das bis zu einem Drittel
aller Lebewesen ausrotten könnte, so der Forscher.
Jeffrey McNeely, Wissenschaftler der World Conservation Union,
bezeichnet den Verlust der Biodiversität als essentielle
globale Thematik, die nur von mehreren Institutionen gemeinsam geschützt
werden kann. Das Projekt IBOY soll ebenso wie das Geophysikalische
Jahr 1957-1958 als interdisziplinäre Plattform verschiedener
internationaler Wissenschaftler und Forscher Erkenntnisse über
die Erde ihre Ozeane und die Atmosphäre liefern. Weitere Informationen unter
http://www.nrel.colostate.edu/IBOY.
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