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Boku-Wien arbeitet an größter Nutzpflanzendatenbank Ziel ist mehrsprachige Erfassung der weltweiten Nahrungspflanzen
 
 

umg.info 2001

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Boku-Wien arbeitet an größter Nutzpflanzendatenbank Ziel ist mehrsprachige Erfassung der weltweiten Nahrungs-
pflanzen

Wien (pte, 11. Januar 01) - Unter dem Titel Foodplants Database entsteht an der Universität für Bodenkultur die größte mehrsprachige internationale Datenbank für Nutz-
pflanzen. Begonnen wurde mit dem ehrgeizigen Projekt bereits vor einem halben Jahr. Mittlerweile sind rund 350 inter-
nationale Pflanzen eingetragen und bis Jahresende werden es doppelt so viele sein.
 
"Die Datenbank bietet etwas, das weltweit einzigartig ist: die Namen sind in bis zu 60 Sprachen und Dialekten eingetragen. Das soll dazu beitragen, dass die Datenbank auch weltweit genutzt wird", so Helmut Fuchs, Leiter der Abteilung Geo-
Information von der Universität für Bodenkultur gegenüber pressetext.austria. Die Datenbank basiert auf dem Standard-
werk der österreichischen Botanikerin Monalisa Steiner, die 1938 aus Österreich emigrieren musste und auf den Philippinen die Flora erforschte.
 
"Steiner hat in den Jahren, in denen sie auf den Philippinen war, begonnen, die Nutzpflanzen systematisch zu beschreiben. Dabei hat die Wissenschaftlerin die Pflanzennamen auch in verschiedenen Sprachen und Dialekten aufgezeichnet", so Fuchs. Ihr damals entstandenes "Compendium der Pflanzen der Philippinen" ist bis heute ein Standardwerk der Botanik geblieben. Das Wissen der Wissenschaftlerin ist direkt in die elektronische Datenbank eingeflossen. "Auch die umfang-
reichen Abbildungen von Pflanzen wurden aus dem Archiv von Steiner verwendet. Botaniker schätzen diese Zeichnungen deshalb sehr, weil sie Charakteristika verschiedener Arten genauer aufzeigen als neue Fotos", so Fuchs.
 
"Die neue Datenbank wurde mit großem technischen Aufwand so errichtet, dass sie international angewendet werden kann. Mit dem Unicode-System können 64.000 Satzzeichen auf einer Oberfläche gezeigt werden. Dabei können auch Zeichen in Thai und Chinesisch sichtbar gemacht werden", so Fuchs. Verein-
fachte Piktogramme geben Aufschluss darüber, welche Teile der Pflanzen für den Menschen verwertbar sind. Nahrungs-
informationen erklären wesentliche Bestandteile der beschriebenen Pflanzen. Täglich greifen rund 50 User auf die Datenbank zu. Davon stammt nur etwa ein Viertel aus Österreich, weitere fünf Prozent aus Deutschland und der Rest aus dem Ausland. Der eigentliche Zweck der Kommunikation zwischen verschiedenen internationalen Medien sei damit erfüllt. Die Web-Betreiber rechnen mit einem weiteren Anstieg, wenn noch mehr Pflanzen im Netz verzeichnet sind. Noch in diesem Jahr wird gemeinsam mit anderen Instituten auf der Boku, darunter dem Institut für Obst- und Gartenbau und dem Bundesamt für Pflanzenbau, eine Zusammenarbeit stattfinden.
 
Die Page wird vom Bundesministerium für Bildung Wissenschaft und Kultur unterstützt. Zu den Webpartnern zählt die größte südostasiatische Pflanzendatenbank, die vom betrieben wird Thailändischen Biodiversity Center.