Zur Startseite
 

 


Elf will Greenpeace-Homepage gerichtlich stoppen
 
 

umg.info 2001

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Elf will Greenpeace-Homepage gerichtlich stoppen
Öl-Konzern fordert Unterlassungserklärung

Hamburg (pte, 17. Januar 01) - Der Ölkonzern TotalFinaElf will Greenpeace mit einer Unterlassungserklärung zwingen, die Internetseite http://www.oil-of-elf.de einzustellen. Seit mehr als sechs Monaten informiert Greenpeace unter dieser Adresse über Herkunft und Öl-Fördermethoden von Elf. Der Konzern wandte sich gestern per Rechtsanwalt an Greenpeace, teilten die Umweltaktivisten heute, Mittwoch, in einer Aussendung mit.
 
Im Schreiben von Elf heißt es, TotalFinaElf sei "soeben zu der Erkenntnis gekommen", dass Greenpeace diese Homepage betreibe und Inhaber der Domain sei. TotalFinaElf forderte Greenpeace auf, bis heute, Mittwoch, 19.00 Uhr schriftlich zu erklären, den Betrieb der Homepage zu unterlassen und die Domain weder "konnektiert" noch "reserviert" zu halten.
 
"Wir werden dem Druck von Elf nicht nachgeben", erklärt Jörg Feddern, Öl-Experte von Greenpeace. "Täglich sickert aus maroden Pipelines in Russland soviel Öl wie beim Tankerunfall der Exxon Valdez. Elf ist dafür mitverantwortlich. Unsere Internetseite enthält die notwendigen Informationen sowie Bilddokumente und man sieht sofort, dass es sich um eine Homepage von Greenpeace handelt. Das werden wir uns nicht verbieten lassen."
 
Die Internetseite unter der Adresse soll weiter ausgebaut werden, teilte Greenpeace mit und forderte gleichzeitig alle Internetnutzer dazu auf, einen Verweis auf Ihrer Seite einzurichten und Protestmails an den Ölkonzern TotalFinaElf zu schreiben.
 
In der Presseerklärung von Greenpeace heißt es weiter, dass jedes Jahr rund fünf Prozent des in Russland geförderten Öls aus beschädigten Pipelines auslaufen. Russland sei mit jährlich 30 Millionen Tonnen Erdöl der wichtigste Lieferant für die deutsche Ölindustrie. Der größte Importeur russischen Erdöls in Deutschland ist der französische Ölmulti TotalFinaElf.