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umg.info 2001 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Wirtschaftskammer und WWF präsentieren Natura 2000 EU-Vorgaben
zum europäischen Naturschutz in wirt- schaftlich genutzten Gebieten
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Wien (pte, 11. Januar 01) - Wirtschaft um Umweltschutz sollen einander
nicht mehr ausschließen, sondern an einem gemeinsamem Ziel
arbeiten. Die Kopoperationsvereinbarung des EU-Projekts Natura 2000
für Österreich wurde heute, Donnerstag, von Präsidenten der Wirtschaftskammer Christoph Leitl
und dem Präsidenten des WWF-Österreich Helmut Pechlaner
unterzeichnet. Insgesamt betreffen die neuen Richtlinien 161 Gebiete
in Österreich, die rund 16,1 Prozent der Staatsfläche
ausmachen.
Österreich hat sich mit dem Beitritt zur Europäischen
Union zur Mitwirkung an der Schaffung des europaweiten Schutzgebiets- netzes
Natura 2000 verpflichtet. Das Schutzgebietsnetz soll jene Gebiete
umfassen, die gemäß der Fauna-Flora-Habitat- richtlinie
und der Vogelschutzrichtlinie auszuweisen sind. Das Ziel ist die
Sicherung der Artenvielfalt in Europa. Das sei der gesetzlich vorgegebene
Rahmen seitens der Europäischen Union. "Ein modernes Naturschutzinstrument
fordert die wechselseitige Rücksichtnahme von Naturschutz-
und Wirt- schaftsinteressen", so Leitl.
"Natura 2000 stellt die Wirtschaft und die Naturschützer
vor eine große Herausforderung, da die betroffenen Gebiete
nicht als reine Naturschutzgebiete ausgewiesen sind, sondern vielmehr
intensiv genutzt werden", so Pechlaner. Betroffen seien EU-weit
10.250 Gebiete. Diese sind vielfach Kultur- landschaften. Pechlaner
betonte auch, dass er als Tierschützer und Direktor des ältesten
Tiergartens der Welt sowohl die Position der Naturschützers
als auch die des Unternehmens kenne. Eine florierende Wirtschaft
könne langfristig nur auf einer intakten ökologischen
Grundlage funktionieren. Dazu seien Investitionen und flächendeckende
Richtlinien nötig.
Wirtschaftskammerpräsident Leitl sagte, dass die Konflikte,
die es zwischen der Wirtschaft und dem Umweltschutz gegeben habe,
begraben werden müssen. Das sei nur möglich, wenn Leitlinien
zur optimalen Umsetzung von Natura 2000 entwickelt werden. "Fünf
Schritte sind für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts notwendig:
Dialog und Transparenz aller Beteiligten, ein aktives Gebietsmanagement
über Bundesländergrenzen hinweg, Rechtssicherheit, die
eine Anpassung an europäische Rahmenbedingungen erforderlich
macht, eine effiziente Verfahrensabwicklung und die ausreichende
Finanzierung, die sowohl von den Ländern, dem Bund und der
EU getragen werden muss", so der Wirtschaftskammerpräsident.
Beide Vertragspartner betonten einstimmig, dass Natura 2000 das
ambitionierteste Naturschutzvorhaben der europäischen Geschichte
sei. Die Kosten der Umsetzung seien derzeit nicht konkret bezifferbar,
dürften aber zwischen einer bis drei Mrd. Schilling liegen.
"Die Management-Pläne machen schon zwei- stellige Millionenbeträge
aus", so Pechlaner.
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