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Lebende Schmeißfliegen als Wundheiler
 
 

umg.info 2001

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Lebende Schmeißfliegen als Wundheiler
Deutsches Pharmaunternehmen verschickt lebende Maden zur Wundbehandlung

Höchst/Hamburg (pte, 22. Januar 01/15:24) - Die deutsche
Pharmafirma Biomonde bietet für die Wundbehandlung schlecht heilender Entzündungen und Geschwüre eine auf den ersten Blick ekelig anmutende, aber Jahrhunderte alten Methode an: Lebende Schmeißfliegenmaden werden in die Wunden platziert und fressen deren eiternde, faulende, abgestorbene Bestandteile. Die Maden sind auch dort erfolgreich, wo Antibiotika aufgrund von Resistenzen nicht mehr wirken. Bei immunschwachen alten Menschen oder an offenen Beinen leidenden Diabetikern haben sich die vier Millimeter großen, keimarmen Maden der Goldfliege Lucilia sericata (Bild) sehr bewährt. Das bestätigte auch Claudia Wiedeck, Chirurgin an der Frankfurter Klinik in Höchst gegenüber pressetext.austria. Bereits seit einigen Jahren werden die Fliegenlarven dort in der Wundbehandlung, insbesondere bei alten Patienten, eingesetzt. "Maden-
besiedelte Wunden sind trotz ihres abstoßenden Anblicks in der Regel sauber", so Wiedeck. Das zeigten auch verwahrloste Menschen, in deren Wunden sich Fliegenmaden eingenistet haben. "Erstaunlicherweise sind gerade die Wunden oft das einzig saubere an den Patienten. Nach dem Säubern und der Madenentfernung verschlechtert sich der Zustand der Wunden in der Regel", so die Wissenschaftlerin.
 
In der Verpackungseinheit von Biomonde befindet sich ein steriler Container mit rund 200 steril gezüchteten Fliegen-
maden. Diese sind bei der Lieferung zwei bis drei Millimeter groß. Die Tiere werden direkt in die Wunde gesetzt und dann luftdurchlässig abgedeckt. Nach zwei bis drei Tagen werden die inzwischen rund acht bis zehn Millimeter großen Insekten-
larven mit steriler Kochsalzlösung weggespült und durch neue ersetzt. Im Durchschnitt reichen drei Anwendungen für eine Heilung.
 
UNO-Klimaforscher: Erderwärmung schneller als bisher vermutet IPCC-Experten warnen in Shanghai vor dramatischen Folgen Shanghai (pte, 22. Januar 01) - Die Erde erwärmt sich wesentlich schneller als die Experten dies bisher vermutet haben. Das ist das Ergebnis des UNO-Gremiums für Klima-
veränderungen (IPCC)
, das heute, Montag, in Shanghai veröffentlicht wurde.
 
Es ist nicht sicher, dass der Mensch an der Erderwärmung ausschließlich schuld ist, aber er könnte die Hauptschuld tragen, so vermuten die internationalen Wissenschaftler, die vor verheerenden Folgen warnen. "In den nächsten hundert Jahren werden wir deutlich signifikantere Veränderungen feststellen, als wir sie im letzten Jahrhundert registrieren mussten", sagt Robert Watson vom IPCC. Die Forscher erwarten eine schnelle und "potenziell katastrophale globale Erwärmung" von 1,4 bis 5,8 Grad im neuen Jahrhundert.
 
Bisher waren die Wissenschaftler von einem Temperatur-
anstieg von einem bis 3,5 Grad bis 2100 ausgegangen. Klaus Töpfer, Leiter des UNO-Umweltprogramms UNEP, bezeichnete den Bericht, an dem führende Wissenschaftler und Regierungs-
vertreter aus aller Welt drei Jahre lang geschrieben haben, als "Alarmglocken, die in jeder Hauptstadt und jeder Gemeinde klingeln sollen".
 
Dem Bericht zufolge gebe es neue und bessere Beweise, dass der größte Teil der Erwärmung, die in den vergangenen 50 Jahren beobachtet worden ist, menschlichen Aktivitäten zuzuschreiben ist. Daher warnen die Experten vor der Veränderung der Niederschläge und dem steigenden Meeres-
spiegel. Insbesondere Inselstaaten im Pazifik befürchten, dass der erhöhte Wasserstand ihr Land völlig überschwemmen könnte.