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umg.info 2002 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Eine der sechs größten Massenextinktionen
Artensterben erreicht historische Dimensionen
Die Hälfte aller heute lebenden Vögel und Säugetierarten
wird innerhalb der nächsten 200 bis 300 Jahre verschwunden
sein - dies ist das Ergebnis einer Studie von Biologen der Universität
von Texas in Austin. Obwohl das Aussterben von Tier- oder Pflanzenarten
ein natürliches Phänomen darstellt, ist die Rate zur Zeit
außergewöhnlich hoch.
Nach Angaben von Donald Levin, Biologe an der Universität Texas,
liegt sie um das Hundert bis Tausendfache höher als normal
Levin berichtet in einer Veröffentlichung im Magazin "American
Scientist", dass nach seinen Erkenntnissen alle 20 Minuten
eine Tier- oder Pflanzenart auf unserem Planeten ausstirbt. Alle
Daten weisen darauf hin, dass diese Verlustrate extrem ist und die
gegenwärtige Ära als eine der bisher fünf Perioden
eines Massenaussterbens in der Erdgeschichte charakterisiert.
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"Die Zahlen sind düster", erklärt Levin. "Rund
2.000 Vogelarten der pazifischen Inseln - dies entspricht immerhin
rund 15 Prozent der weltweiten Vogelarten - sind seit der menschlichen
Kolonialisierung der Inseln ausgerottet worden. Etwa 20 der 297
bekannten Venus- und Miesmuschelarten und rund 40 der über
950 Fischarten Nordamerikas sind innerhalb des letzten Jahrhunderts
verschwunden. Der Globus hat in der Vergangen- heit nur fünf
Mal ein vergleichbares Aussterben erlebt." Die Biodiversität
der Erde hat sich nach den bisherigen Massen- aussterben immer wieder
- im Laufe von mehreren Millionen Jahren - langsam erholt.
Zu einem permanenten Zustand. Doch nach Angabe von Levin halten
einige Ökologen es für möglich, dass das niedrige
Niveau der Artenvielfalt, wie es das heutige Massenaussterben zur
Folge hat, sich zu einem permanenten Zustand entwickeln könnte.
Vor allem dann, wenn weiterhin große Bereiche von bisher noch
unberührten Landschaften zerstört werden. Andere Fachleute
dagegen vermuten, dass gerade das Auf- brechen von großen Landschaften
in kleinere Habitate die Entwicklung neuer Arten begünstigen
und dadurch den Verlust durch Ausrottung ausgleichen könnte.
Denn, so die Ökologen, die Teilung von Populationen der gleichen
Art in kleinere, voneinander getrennte Untereinheiten fördere
die Evolutions- geschwindigkeit.
Auch wenn Populationen verkleinert werden, akkumulieren sich genetische
Veränderungen schneller und die Neuentwicklung von Merkmalen
wird begünstigt. Dies könnte auch der Mech- anismus sein,
der nach einem Massenaussterben ein erneutes Wiederansteigen der
Biodiversität bewirkt. Doch unabhängig von den Folgen
und möglichen Auswirkungen - nach Ansicht von Levin befinden
wir uns eindeutig in einer Ära des Massenaussterbens (rpo).
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