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Kleintiere reduziert, Antarktis wird kälter
 
 

umg.info 2002

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Kleintiere reduziert
Antarktis wird kälter

In der Antarktis wird es kälter und ungemütlicher. Während die Durchschnittstemperaturen der Erde ständig leicht ange- stiegen sind, sanken sie auf dem eisigen Südkontinent. Diese Abkühlung habe die Zahl der Kleintiere in einigen eisfreien Tälern bereits deutlich reduziert.
Dies berichtet Peter Doran von der Universität Chicago (USA) in einem Artikel der britischen Fachzeitschrift "Nature" (Online- Ausgabe). Die größte Gruppe unter den untersuchten Tieren sind Fadenwürmer, die im Boden leben. Während sich die Erde insgesamt um 0,19 Grad pro Zehnjahresperiode zwischen 1979 und 1998 erwärmt habe, zeige seine Analyse aus der Antarktis, dass es dort kälter wird, schreibt der Geologe. Zwischen 1986 und dem Jahr 2000 habe sich die Oberfläche der trockenen Täler im McMurdo-Gebiet pro Dekade um 0,7 Grad Celsius abgekühlt. Dies beruhe vor allem auf kälteren Sommern und Herbstzeiten, in denen die Windgeschwindigkeit zugleich gestiegen war.
 
Diese Abkühlung hatte bereits deutliche und schnelle Aus- wirkungen auf das karge Ökosystem des Gebiets: Die bio- logische Produktivität der im Sommer eisfreien Seen in den Tälern sank drastisch. Die Zahl der Bärtierchen und Faden- würmer im Boden verringerte sich von 1993 bis 1998 pro Jahr im Schnitt sogar um mehr als ein Zehntel des Ausgangswertes.
Die neuen Daten zeigten erstmals die dramatischen Aus- wirkungen der Abkühlung auf das Ökosystem der ant- arktischen Trockentäler, schreibt Doran. Nun müssten die Abkühlung des Südkontinents und vor allem die saisonalen Unterschiede in den Temperaturtrends stärker in die bisherigen Klimamodelle integriert werden (rpo).