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Internet unterstützt Erhebung der Artenvielfalt
 
 

umg.info 2003

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Internet unterstützt Erhebung der Artenvielfalt
25-jährige Studie zur Erfassung aller Erdspezies gestartet

Ein ambitioniertes Internet-basiertes Projekt soll in den kommenden 25 Jahren alle Tier- und Pflanzenspezies der Erde beschreiben. Unter dem Titel "All Species Foundation" soll das erreicht werden, von dem Naturwissenschaftler nur träumen: eine umfassende Aufzeichnung über die Flora und Fauna. Einig sind sich die Wissenschaftler auch darüber, dass das Projekt schnell realisiert werden muss, da täglich neue Spezies aussterben, von denen die Forscher noch nichts wissen.
"Rund 1,7 Mio. Spezies sind derzeit bekannt", erklärt David Hillis von der Universität von Texas und Mitbegründer des Projekts. Die Schätzungen über die Zahl aller Spezies schwanken zwischen zehn und 100 Millionen, so der Forscher. "In vielen Fällen gibt es große Wissenslücken der Biologie". Das ehrgeizige Projekt, das sich auch die Erkenntnisse der DNA-Sequenzierung zu nutze macht, soll vor allem Inter- aktionen verschiedener Arten aufzeigen. Damit könnten ökologische Zusammenhänge besser verstanden werden. Artenschutz könne nur erfolgreich sein, wenn die Zusammen- hänge klar sind, so der Wissenschaftler.
John Lawton, Vorsitzender des UK-National Environment Research Council (NERC), meint, dass es ohne Taxonomie, also die biologische Systematik, keine moderne Biologie geben kann. Jährlich werden etwa 10.000 neue Arten beschrieben. Der Vorteil der webbasierten Datenbank liegt darin, dass sie schneller und effektiver arbeitet als bisher gängige Methoden, die zum Vergleich bereits beschriebene Spezies aus Museen gegenüberstellt. DNA-Analysen zeigen schneller, ob es sich um eine neue Art handelt oder nicht (pte).