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Asien verbreitet schlechte Luft über Indischem Ozean
 
 

umg.info 2001

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Asien verbreitet schlechte Luft über Indischem Ozean
Verbrennung von Biomasse schmälert Selbstreinigungskraft der Atmosphäre

Washington/Mainz (pte, 10. Februar 01) - Das "Indian Ocean Experiment" (INDOEX), eine internationale Messkampagne hat belegt, dass die ausgedehnte und unerwartete Luftverschmutzung über dem Indischen Ozean von Schadstoffen aus Süd- und Südostasien stammt, wie "Science" berichtet. Die zunehmende Schadstoffbelastung verursacht eine umfassende Verschlechterung der Luftqualität, verbunden mit lokalen, regionalen und globalen Auswirkungen.
So ist in naher Zukunft zu erwarten, dass der vermehrte Einsatz fossiler Brennstoffe bei den Schadstoff-Emissionen wahrscheinlich zu einer Entwicklung führen wird, wie sie in den 70er Jahren in Europa und Nordamerika zu beobachten war, so eine Aussendung des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz. Angesichts der hohen Bevölkerungszahl könne die Schadstoff-
belastung in Asien aber viel bedrohlicher werden.
 
Die Messungen zeigten, dass während des Wintermonsuns, der trockenen Periode, die Emissionen aus Süd- und Südostasien die Luft über eine Fläche von mehr als zehn Mio. Quadratkilometern erheblich belasteten. Die Dunstschicht erstreckte sich bis in drei Kilometer Höhe und war durch Ruß besonders dunkel. Zudem enthielt diese auch Sulfate, Nitrate, organische Teilchen, Flugasche und mineralischen Staub. Ruß-Aerosol ist auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen. Der Gesamtanteil der durch den Mensch verursachten Aerosole über dem Indischen Ozean wird auf 85 Prozent geschätzt.
Die gesamte Kohlenmonoxid (CO)-Emission ist schätzungs-
weise 50 Prozent höher als die entsprechende Menge in Europa und Nordamerika zusammengenommen. Dies liegt, so die Wissenschaftler, an der weitverbreiteten Verbrennung von Biomasse. Schätzungen zufolge beträgt der CO-Anteil aus der Verbrennung von Biomasse 60 bis 90 Prozent. Schadstoffe verringern auch Hydroxylradikale (OH). Diese haben ein starkes Oxidationspotenzial und gelten gewissermaßen als "Reinigungsmittel" für die Atmosphäre. Verringert sich die Selbstreinigungskraft der Atmosphäre in Asien, könnte dies die Lebensdauer von Methan, einem Treibhausgas, verlängern.