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umg.info 2001 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Schlechtes Zeugnis für Umweltprogramm der Lebensmittel-Multis
Agentur untersucht Nahrungsmittelbranche auf Umwelt- leistungen
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München (pte, 5. Februar 01) - Die Rating-Agentur oekom research
AG
hat die größten börsennotierten Nahrungs- mittelhersteller
nach Umweltleistungen analysiert. Die Ergebnisse waren gerade nach
dem jüngsten Skandal in der Landwirtschaft für verunsicherte
Verbraucher nicht erfreulich, resümieren die Studienautoren.
So seien die Produktions- methoden nach wie vor stark industriell
geprägt. Keines der untersuchten Unternehmen bezog bislang
seine Rohstoffe aus ökologischer Land- beziehungsweise nachhaltiger
Fisch- wirtschaft.
Platz eins im Gesamtranking erreichte das englische Unternehmen
Allied Domecq, dicht gefolgt von Procter & Gamble, Gillette
und Unilever. Am aktuellen Corporate Responsibility Rating nahm
kein österreichisches Unternehmen teil.
Der integrierte Landbau, der den Einsatz von Chemikalien minimiert,
ist für die wenigsten Hersteller ein Thema. Lediglich die vier
Unternehmen Allied Domecq (Großbritannien), PepsiCo (USA),
Unilever (Niederlande) und Nestlé (Schweiz) setzen Einzelinitiativen.
So hat beispielsweise Unilever zusammen mit dem WWF das Label MSC
(Marine Stewardship Council) ins Leben gerufen, das zur Etablierung
einer nachhaltigen Fischwirtschaft beitragen will. Damit soll vermieden
werden, die Weltmeere weiterhin rücksichtslos zu überfischen
und lang- fristig immer mehr Fischbestände auszurotten. Unilever
hat sich freiwillig dazu verpflichtet, ab 2005 nur noch Fischprodukte
zu verwenden, die nach den Vorgaben des MSC zertifiziert sind.
Im Bereich der Tierhaltung verfügt einzig die amerikanische
McDonalds-Kette über ein Animal Welfare Program, das sich für
eine humane Tierhaltung und verbesserte Schlachtmethoden bei Zulieferern
einsetzt. So bezieht McDonalds nur Eier von Hühnern aus Bodenhaltung,
die zumindest ausreichend Bewegungsfreiheit haben.
Auch beim brisanten Thema Gentechnik verhält sich die Lebensmittelbranche
wenig kritisch, nahezu alle Hersteller bieten Produkte mit gentechnisch
veränderten Substanzen an. Einzige Ausnahmen: das deutsche
Unternehmen Südzucker und der englische Spirituosenhersteller
Allied Domecq. Allerdings verzichten die meisten Hersteller gentechnisch
veränderter Lebensmittel auf die Vermarktung dieser Produkte
in Europa, da viele Verbraucher hier eine sehr kritische Einstellung
zur Gentechnik vertreten. Im Umweltbereich herrscht noch Nachholbedarf.
Dies zeigt sich unter anderem auch am Niveau der zertifizierten
Umweltmanagementsysteme: im Gegensatz zu anderen Branchen haben
erst wenige Unternehmen damit angefangen, ihre Standorte nach internationalen
Standards zu zertifizieren.
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