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Tiefsee-Fischerei bedroht Wissenschaft
 
 

umg.info 2002

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Tiefsee-Fischerei bedroht Wissenschaft
Industrielle Ausbeutung der Ozeane

Mit Netzen, die tiefer als 1,5 Kilometer reichen und 60 Tonnen Fisch in nur 20 Minuten aus den Tiefen der Meere holen, drängt die Fischerei-Industrie in nie zuvor befischte Regionen. Forscher befürchten, dass viele unerforschte Arten ausgerottet werden. Und Tiefsee-Riffe, die 5.000 Jahre für die Entstehung gebraucht haben, werden in wenigen Minuten zerstört. 40 Prozent aller Fischereigründe befinden sich bereits in der Tiefsee, tiefer als der Kontinentalschelf. Die neuen Techno- logien sind so effektiv, dass sie nicht nur ernten, sondern im wahrsten Sinn des Wortes "abbauen."
 
Dabei wachsen Tiefseefische extrem langsam nach: Der Granatbarsch (Hoplosthetus atlanticus), ein häufig auf den Speisekarten von Luxusrestaurants angebotener Fisch, der in Tiefen zwischen 750 und 1.200 Metern lebt, vermehrt sich erst ab einem Alter von 20 Jahren. Extensive Tiefsee-Fischerei vor den Küsten Neuseelands und Australiens haben die Fische in den Gewässern in den vergangenen zehn Jahren um 80 Prozent reduziert. Das gleiche gilt auch für den Nordatlantik. Internationale Unterwasser-Schutzgebiete ohne Fischerei sind dringend notwendig.