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Millionenschäden durch steigende Wassertemperaturen
 
 

umg.info 2004

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Millionenschäden durch steigende Wassertemperaturen
Ökonomische Folgen der globalen Erwärmung in Ozeanien

Die pazifischen Inseln produzieren weniger als ein Prozent aller weltweiten Treibhausgase, aber sie zahlen die höchste Rechnung dafür. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des South Pacific Regional Environmental Programme SPREP, der im Pacific Islands Magazine vorgestellt wurde.
Nach Berechnungen des UN-International Panel on Climate Change IPCC wird die Temperatur von 1990 bis 2100 zwischen 1,4 Grad bis 5,8 Grad ansteigen. Die Auswirkungen auf die fragilen Inselgemeinschaften werden verheerend sein. Der Temperaturanstieg betrifft alle Fischarten – und Fische sind eine wesentliche Lebensgrundlage für die Völker Ozeaniens. Hinzu kommt die Zerstörung der empfindlichen Korallenriffe durch die Erwärmung. Die Schäden auf den mikronesischen Palau-Inseln während der El-Nino-Periode 1998 - 1999 be- trugen mindestens 91 Mio Dollar. Damals erwärmte sich das Wasser in Palau in den Monaten Juni bis November auf über 30 Grad Celsius und führte zu einer Korallenbleiche, die ein Drittel der Riffe des vom Tauch-Tourismus lebenden Staates ver- nichtete. Die Folge waren massive Verluste in lokalen Fisch- population und ein Rückgang im Tourismus.
Auch für die internationale Fischerei in der pazifischen Region hat die Erwärmung dramatische Auswirkungen: 70 Prozent aller weltweit gefangenen Tunfische kommen aus dem Pazifik. Derzeit werden mit den Großfischen jährlich etwa zwei Mrd. Dollar erwirtschaftet. Die letzte El-Nino-Periode führte in manchen Regionen zum Beinahe-Kollaps von lokalen Fischerei- Industrien.
Angst herrscht zudem vor einer Zerstörung der empfindlichen Mangroven, die viele Inseln vor der Erosion schützen. Man- groven sind durch den veränderten Salzgehalt im Meerwasser als Folge der Temperaturerhöhung gefährdet. In Fiji wurde errechnet, dass der Verlust der Küsten-Mangroven Schäden zwischen 266 und 403 Dollar je Hektar verursacht, in erster Linie durch den Rückgang des Fischfangs in Küstennähe. In den meisten Staaten leben die Menschen immer noch von Subsistenz-Wirtschaft. Die Zerstörung der Mangroven würde für die Subsistenz-Fischerei alleine auf der Hauptinsel Viti Levu 2,3 Mio. Dollar Schaden jährlich verursachen. Für den kommerz- iellen Fischfang kommen noch 800.000 Dollar Schäden pro Jahr dazu (pte).