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10 % der Schweizer Wälder sollen Reservate werden
 
 

umg.info 2001

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

10 % der Schweizer Wälder sollen Reservate werden
Bund und Kantone einigen sich auf Naturschutzstrategie

Innerhalb der nächsten 30 Jahre sollen zehn Prozent der Schweizer Waldfläche als Reservate sichergestellt werden. Die Hälfte davon sollen Naturwaldreservate werden, in denen die Natur ganz sich selbst überlassen wird. Die andere Hälfte sollen als Sonderwaldreservate geschützt werden, in denen der Mensch zurückhaltend eingreift, um seltene und bedrohte Arten zu fördern. Dazu haben sich Bundespräsident Moritz Leuenberger, das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) und die kantonalen Forstdirektoren geeignet.
 
Nicht jeder Kanton muss gezwungenermaßen 10 Prozent seiner Waldfläche in Reservate umwandeln. Entsprechend der Vielfalt an Naturlandschaften müssten die Naturschutz-
strategien vielfältig und auf die regionalen Besonderheiten abgestimmt sein. In Zusammenarbeit mit benachbarten Kantonen soll aber sichergestellt werden, dass in jeder Region eine sinnvolle Naturschutzstrategie umgesetzt wird, bei der die Vielfalt der Waldgesellschaften, der Arten und der Erbanlagen erhalten wird und eine natürlich Dynamik abläuft.
Die Schweizer Waldpolitik wolle grundsätzlich keine Trennung von Produktionswald und Schutzwald. Es werde vielmehr ein generell naturnaher Wald angestrebt, der multifunktional ist. Dazu reiche jedoch der naturnahe Waldbau nicht aus; zusätzlich müssen eben Sonderwaldreservate sowie Naturwaldreservate geschaffen werden. Der Zugang zu den Reservaten stehe der Bevölkerung generell offen, wobei teilweise Besucherlenkung notwendig werde (pte, 20. März 01)