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umg.info 2004 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Singvögel versuchen Großstadtlärm zu übertönen
Nachtigallen singen werktags lauter als am Wochenende
Wissenschaftler der Freien Universität Berlin
haben eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: Singvögel reagieren
auf den immensen Verkehrslärm der Großstadt mit lauterem
Gesang. An Wochenenden hingegen singen die Tiere deutlich leiser,
denn dann herrscht in den Städten weniger Lärm.
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Lärm beeinträchtigt offensichtlich nicht nur Menschen,
sondern hat auch Auswirkungen auf das Verhalten von Tieren. Analysiert
wurde der morgendliche Gesang von Nachtigallen in Berlin. Die Tiere
sangen um so lauter, je intensiver der Umwelt- lärm in ihren
Revieren war. Vögel in der Nähe von stark befahrenen Straßen
oder Eisenbahntrassen sangen um bis zu 14 Dezibel lauter als Tiere
in weniger durch Lärm beein- trächtigten Gebieten. Dieser
Unterschied entspricht einem mehr als fünffachen Anstieg im
Schalldruck des Vogelgesangs. Wird der Lärm allerdings zu laut,
können die Tiere ihn nicht mehr durch intensiveres Singen kompensieren.
Da die Vögel mit ihrem Gesang Weibchen anlocken und gleichzeitig
ihr Territorium gegen männliche Rivalen ver- teidigen, müssen
sie den Lärm kompensieren, wenn sie eine Partnerin auf sich
aufmerksam machen oder andere Männchen vertreiben wollen. Wenn
der Lärm auf den Straßen am Wochenende wegen des fehlenden
Berufsverkehrs nachlässt, singen auch die Vögel in der
Nähe dieser Straßen wieder deutlich leiser.
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