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umg.info 2002 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Kleinbäuerliches Wirtschaften bringt Fülle
Kaspanaze Simma regt Lehrstuhl für bäuerliche Ökonomie
an
Der Kleinbauer ist nicht arm und vom Aussterben bedroht, sondern
hat die Möglichkeit, in Fülle zu leben. Das betonte Kaspanaze
Simma, der Mitbegründer der Grün-Bewegung, anlässlich
eines Vortrages auf der Universität für Bodenkultur (Boku)
in Wien. Die Landwirtschaft habe sich zwar in den vergangenen Jahrzehnten
weg von der bäuerlichen hin zur industriellen Wirtschaftsweise
entwickelt, sei aber deshalb nicht unbedingt effizienter geworden.
Dass dies nicht blanke Theorie ist, zeigt Simma am eigenen Beispiel:
Er führt mit 8,7 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche
und 5,5 Hektar Wald einen Vollerwerbsbetrieb, der seine siebenköpfige
Familie gut versorgt.
Besonders hart ging der Bauer mit dem blinden Wachstums- glauben
ins Gericht: "Beim Bruttosozialprodukt (BSP) werden nützliche
und schädliche Dinge zusammengezählt und dennoch freuen
sich die Ökonomen immer noch an diesen Wachstums- raten."
In diesem Zusammenhang machte er einen Vorschlag für die Boku:
"Einen Lehrstuhl für bäuerliche Ökonomie zu
installieren wäre eine spannende Alternative." Immerhin
habe die bäuerliche Ökonomie einen hohen Selbstversorgungsgrad,
verkaufe Überschüsse und produziere in Reinform keine
Abfälle.
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Als "letzte Reste für effizientes bäuerliches Wirtschaften"
nannte Simma die Almhütten. Hygieneverordnungen der EU bewirkten
allerdings, dass viele dieser Hütten in den vergangenen Jahren
weggerissen wurden, was Simma als "enorme Kulturzerstörung"
bezeichnete (pte, Mai 02).
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