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umg.info 2001 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Jede zwölfte höhere Pflanze als Arznei genutzt
Deutscher Forscher präsentiert Ethnobotanik-Standardwerk
Natürliche Materialien pflanzlicher Herkunft sind für
viele indigene Völker auch heute noch wichtige Ressourcen für
Heilmittel, Lebensmittel oder Produkte des täglichen Bedarfs.
Michael Heinrich, vom Center for Pharmacognocy and Phytotherapy
in London hat beim Kongress Building Bridges with traditional knowledge
das Standardwerk "Ethno- pharmazie und Ethnobotanik", vorgestellt.
Eine weitgehend vollständige Auflistung aller Arzneimittel-
und Nutzpflanzen, die in indigenen Kulturen verwendet werden, ist
bis jetzt nur in Nordamerika, Kanada und den USA verfügbar.
"Von den insgesamt 31.600 Arten an höheren Pflanzen werden
8,2 Prozent als Arznei, 5,2 Prozent als Nahrungsmittel, 1,4 Prozent
zur Gewinnung von Fasern oder als Konstruktions- material und 0,7
Prozent als Färbepflanzen verwendet.
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Heinrich
warnt in seinem Buch auch vor dem Verlust der Biodiversität
und der daraus folgenden Risiken für die Arznei- stoffentwicklung.
"Ein Verschwinden von ehemals einheimischen Pflanzen konnten
schon die Wissenschaftler Balick und Cox 1997 aus dem mittelamerikanischen
Staat Belize berichten. 1940 konnte der lokale Heiler alle benötigten
Heilpflanzen im Umkreis von zehn Minuten erreichen. 1988 brauchte
er für die Ernte der gleichen Pflanzen rund 70 Minuten. Die
von ihm gesammelten Pflanzen werden aber nur in dieser Region verwendet
und werden weder national noch international vermarktet", so
Heinrich. Es gebe weltweit mehrere Beispiele von Risiken der Übernutzung
von Pflanzen. Das Buch "Ethnopharmazie und Ethnobotanik"
ist in der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft in Stuttgart erschienen
(pte, Juni 01).
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