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Datenbank für mediterrane Heilpflanzen
 
 

umg.info 2001

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Datenbank für mediterrane Heilpflanzen
Europa hat eine alte Tradition an Naturheilmitteln

Eine Datenbank für Heilpflanzen aus dem Mittelmeerraum Europas wird demnächst im Internet unter erscheinen. Die Datenbank mit dem Titel "Materia Medica Mediterranea" wird von Alain Touwaide vom Department of History of Science von der Universität von Oklahoma erstellt. Insgesamt hat der Forscher in 25 Jahren die Daten von Hippokrates, Discorides und anderen Wissenschaftlern miteinbezogen. Das Projekt wurde beim Kongress "Building Bridges with Traditional Knowledge" vorgestellt.
 
"Nach heutigen Forschungsergebnissen können wir davon ausgehen, dass die Entwicklung von Medikamenten der Antike auch das westliche Bild der Medizin wesentlich beeinflusst hat", so der Forscher. "Trotzdem haben moderne Wissen-
schaftlervielfach keinen direkten Zugriff auf Erkenntnisse aus der Vergangenheit. Die Gründe dafür liegen im Fehlen von Übersetzungen der alten Schriften."
Die Materia Medica Mediterranea basiert im Wesentlichen auf den Schriften und Sammlungen von Hippokrates (460 bis 375 v. Chr.), der Enzyklopädie von Discorides aus dem 1. vor-
christlichen Jahrhundert und arabischen Manuskripten von Ibn al Baytar (ca. 1190 – 1248). "Auch in der damaligen Zeit wurden die Beschreibungen von Heilpflanzen in den Schritten Feldforschung, mündlicher Überlieferung und Katalogisierung durchgeführt", so Touwaide.
 
Die Griechische Enzyklopädie ging über Konstantinopel immer weiter nach Asien bis nach Bagdad. Schließlich kam im 14. Jahrhundert die antike Schrift in weiter entwickelter Form als arabisches Pflanzenlehrbuch wieder in den mediterranen Raum zurück (pte, Juni 01).