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umg.info 2001 |
Akutelles aus Wissenschaft und Forschung |
Milben verraten Familiengeheimnisse der Vögel
Forscher können Verwandtschaftsbeziehungen von Vögeln
neu bestimmen
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Federmilben geben Aufschluss über die Verwandtschafts- beziehungen
der von ihnen besiedelten Vogelarten. Das hat ein internationales
Forscherteam bei Untersuchungen an der Universität Vechta
entdeckt. Anhand morphologischer Daten hatten sie zunächst
am Computer die Verwandtschafts- beziehungen verschiedener Federmilbenarten
analysiert und "Stammbäume" erhalten, die die Entwicklungslinien
der nur 0,5 Millimeter kleinen Spinnentiere widerspiegelten.
Die Befunde wurden mit den Familienverhältnissen der besiedelten
Vogelarten verglichen. Dabei besteht eine sehr ausgeprägte,
artspezifische Bindung der Milben zu "ihren" Vögeln
– beinahe jede Vogelart wird von einer charakter- istischen
Milbenart bewohnt. Die Spinnentiere sind extrem an das Leben auf
den Vogelfedern angepasst. Sie ernähren sich vom Öl aus
der Bürzeldrüse und von den Bakterien, die sich im Gefieder
entwickeln und die Ölschicht zerfressen. Sie müssen sich
zudem ohne große Probleme durch das Gefieder bewegen und anklammern
können, damit sie beim Tauchen oder Fliegen nicht losgerissen
werden. Die Übertragung der Federmilben erfolgt im Nest von
den Altvögeln auf die Jungen oder bei der Begattung.
Seit 1992 haben die Wissenschaftler mehr als 40 bislang unbekannte
Milbenarten gefunden. Jede neu beschriebene Art wird dabei durch
ein bestimmtes Individuum belegt (Holotypus), das die Grundlage
für eine neue Beschreibung nach den Regeln der Internationalen
Nomenklaturkommission darstellt und als Beleg sowie zu Vergleichszwecken
in speziellen Sammlungen aufbewahrt wird (pte, Juli 01).
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