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umg.info 2001 |
Akutelles aus Wissenschaft und Forschung |
UV-Strahlung beeinflusst Gewässerökosysteme
Zooplankton zieht sich in die Tiefe zurück und wächst
langsamer
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Wasserflöhe fürchten gefährliche UV-Strahlung. Das
haben Wissenschaftler der Universität München herausgefunden.
Bislang hatte die Forschung vermutet, dass sich die kleinen, beinahe
durchsichtigen Tiere tagsüber in die tieferen Schichten der
Gewässer zurückziehen, um vor optisch orientierten Räubern
- vor allem Fischen - geschützt zu sein. Fraglich blieb allerdings,
warum die Wasserflöhe auch in fischlosen Gewässern, etwa
arktischen Seen, dieses Verhalten zeigen.
Die Münchener Wissenschaftler untersuchten mehrere Wasserfloh-Arten,
die sich in der Pigmentierung, im Melanin- Gehalt ihres Panzers,
unterschieden. Ähnlich wie den Menschen schützt Melanin
auch den Wasserfloh vor dem UV-Licht. Setzten die Forscher die Tiere
dem Sonnenlicht aus, flüchteten alle getesteten Arten in tiefer
liegende Gewässer- schichten. Je geringer die Pigmentierung der
kleinen Probanden, desto stärker war ihre Fluchtreaktion ausgeprägt.
Die Wasserflöhe selbst kommt dieses Verhalten teuer zu stehen:
Sie müssen auf der Wanderung nach unten mehrere Temperaturschichten
durchqueren, sie wachsen in den tiefer liegenden und damit kälteren
Gewässerzonen deutlich langsamer und pflanzen sich auch langsamer
fort. Dabei gehören Wasserflöhe zum Zooplankton und stehen
somit am Beginn der Nahrungskette. Die Wissenschaftler befürchten
deshalb, dass das Phänomen der vertikalen Migration des Zooplanktons
im Tagesrhythmus dramatische Auswirkungen auf die Gewässerökosysteme
hat: Da die Intensität der UV-Strahlung ständig zunimmt,
zieht sich das Zooplankton in immer tiefere Wasserschichten zurück.
Das Nahrungsangebot könnte sich damit drastisch verringern
(pte, Juli 01).
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