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Gefährdete Tierarten
 
 

umg.info 2002

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Gefährdete Tierarten
Über 11.000 Spezies sind vom Aussterben bedroht

Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Tiere ist im neuesten Bericht der "International Union for Conservation of Nature" IUCN in diesem Jahr erneut um 124 Spezies erweitert worden. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Insgesamt stehen damit 11.167 Spezies auf der "Roten Liste". Das bedeutet, dass die Anzahl der noch lebenden Spezies einen kritischem Zustand erreicht hat. Auch in Europa sind weitere Tierarten dazugekommen. Sieben Spezies sind auf der "Roten Liste" angeführt, die als "in freier Wildbahn ausge- storben" gelten. Dazu gehört zum Beispiel die Süßwasser- schnecke Graecoanatolica macedonica, die im Dorjan See im Grenzgebiet zwischen Griechenland und Mazedonien endemisch war. Bei mehreren limnologischen Untersuchungen des Sees konnte kein lebendes Exemplar der Schnecke mehr gefunden werden, berichtet das Journal of Conchology der britischen Malakologischen Gesellschaft. Massive Wasser- entnahmen des Sees haben zu einem Rückgang der Ufer geführt. Dort lag das Habitat der Schnecke.
 
Als extrem gefährdet gilt auch der Iberische Luchs (Lynx Pardinus). Die IUCN schätzt, dass von dieser Raubkatze nur noch 600 Spezies leben. Die nachtaktive Katze, die in erster Linie Hasen und Kaninchen erbeutet, ist vor allem durch die Intensivierung der Landwirtschaft bedroht. Der Iberische Luchs könnte die erste Wildkatze sein, die in den vergangenen 2000 Jahren ausgerottet wurde.
 
Neben der Roten Liste für die Fauna ist auch eine Gefährd- ungsliste für Pflanzen erstellt worden. Im Jahr 2000 waren dort 5.611 Pflanzen gelistet, heute sind es bereits 5.714. Die Liste der Pflanzen wird aber nach wissenschaftlichen Kriterien anders beurteilt, da die Wissenschaft erst vier Prozent der gesamten Flora beschrieben hat. Nach Angaben der IUCN liege daher die Rate an gefährdeten Arten um ein Vielfaches höher (pte).