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umg.info 2003 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Karibische Korallenriffe bedroht
80 Prozent Rückgang in den vergangenen 30 Jahren
Die Korallenriffe in der Karibik sind in den vergangenen 30 Jahren
um 80 Prozent zurückgegangen. Zu diesem Schluss kommt ein Wissenschaftsteam
der Universität von East Anglia (UEA) und dem Tyndall Centre
for Climate Change Research. Die Forscher sehen nicht die Zunahme
der Temperaturen als Hauptursache, sondern Überfischung, Umweltverschmutzung,
Sedimenteintrag nach Abholzungen und Naturkatastrophen wie Wirbelstürme,
berichten die Forscher im Wissenschafts- magazin Science Express.
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Besonders stark vom Rückgang sind Stein- und Hartkorallen betroffen.
Steinkorallen sind genau jene Riffbildner, die Inseln vor der Gewalt
des offenen Ozeans schützen. Die Forscher hatten 65 Einzelstudien
an 263 Untersuchungspunkten zusammengefasst und kommen zum Schluss,
dass lokale Ursachen in der gesamten Region zum Sterben der Korallen
geführt haben.
Das größte Korallensterben setzte in den 1980er Jahren
ein. "Die einzigen guten Nachrichten sind die, dass in bestimmten
Regionen die Korallen wieder nachwachsen", so Isabelle Cote,
Meeres-Ökologin und Spezialistin für tropische Regionen
von der UEA. Negativ sei aber, dass sich die neuen Korallen von
den ursprünglichen unterscheiden. "Es ist nicht bekannt
wie die neuen Korallenstöcke auf die jetzigen Umweltbedingungen
mit wärmeren Temperaturen und höheren Meeresspiegeln reagieren",
so die Expertin. Die Zusammenhänge der Riff- ökologie sind
den Experten nicht ganz klar. 1983/84 kam es in der Region zu einem
massiven Sterben von Seeigeln. Das führte auch zu einem erhöhten
Korallensterben. "Wir sind uns fast sicher, dass das Pathogen,
das zum Massensterben der Seeigel geführt hat, auch die Korallen
vergiftet hat", so Cote. Seeigel ernähren sich von Algen,
die in einem gewissen Überlebenskampf mit den Korallen stehen.
Besonders stark vom Korallensterben bedroht sind die Ge- wässer
um Florida, Jamaika und die Cayman Islands, Puerto Rico und die
Küste vor Venezuela, der mexikanischen Halbinsel Yucatan und
Belize. Auch die nördlichen und südlichen Kleinen Antillen
sind vom Korallensterben nicht verschont geblieben (pte).
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