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umg.info 2002 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Hochwasser schadet der Natur nicht
Überflutungen gehören zur Dynamik des Naturgeschehens
Hochwasser verursacht keine Schäden an der Natur. Schaden
entsteht ihren wirtschaftlichen Nutzern, erklärt Kurt Kotrschal
von der Konrad Lorenz Forschungsinstitut.
Überflutungen habe es immer gegeben. Sie gehören zur Dynamik
des Naturgeschehens, sind für die Erhaltung von Aulandschaften
notwendig, schaffen neue Lebensräume, kurbeln Besiedlungs- abfolgen
an und dienen damit der Erhaltung einer hohen Artenvielfalt.
Natürlich würden durch Hochwasser viele Tiere und Pflanzen
vernichtet. Die dadurch lokal verringerten Populationsdichten von
Wildtieren und Fischen würden aber rasch wieder durch Einwanderung
aus angrenzenden Gebieten und durch verstärkte Vermehrung ausgeglichen.
"So schrecklich der Anblick von toten Tieren auch sein mag:
weder Rehe, noch heimische Fischarten sterben durch das Hochwasser
aus", erklärt Kotrschal. Schaden entstehe jenen, welche
die Bewirtschaftung von Natur mit Naturschutz verwechseln.
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"Tragisch ist, dass so viele Betriebe und Heime durch die
Fluten vernichtet wurden. Vielleicht aber verhilft diese Katastrophe
endlich der Einsicht zum Durchbruch, dass sich eben nicht alle Naturräume
zum Siedeln eignen und dass Verstöße gegen ökologische
Grundregeln teuer bezahlt werden müssen", so der Wissenschaftler.
Das Wissenschaftsjournal Science erhob das 21. Jahrhundert zum "Jahrhundert
der Überschwemm- ungen". Klimafolgenforscher geben an, dass
die Schäden weltweit pro Jahr 200 Mrd. Dollar betragen werden.
"Wirtschaften mit der Natur, nicht gegen sie, wird also auch
aus finanziellen Gründen immer vordringlicher", so Kotrschal
(pte).
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