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umg.info 2003 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Bodennetze zerstören Tiefseefauna
Untersee-Gebirge werden durch Fischerei gefährdet
Hunderte von Tiefsee-Arten, die bislang noch nicht beschrieben
wurden, werden für immer aussterben, warnen amerikanische Ozeanographen.
Grund dafür sind Schleppnetze, die nicht nur die Meere, sondern
auch die Böden der unterirdischen Gebirge leer fischen, berichtet
das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Forscher entdecken zunehmend, dass die Zahl der auf den unterseeischen
Gebirgen lebenden Organismen wesentlich größer ist als
bisher angenommen. 40 Prozent der Tiere sind auf den jeweiligen
Gebirgsstöcken endemisch. Insgesamt konnten 600 verschiedene
Arten auf nur fünf unterseeischen Gebirgen nachgewiesen werden.
Geschätzt wird die Zahl der Gebirge im Pazifik auf über
30.000. "Damit zählen die Lebe- wesen, die dort heimisch
sind, zu den am meisten gefährdeten Arten weltweit", meint
die Ozeanographin Karen Stocks von der University of California
in San Diego.
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Obwohl viele der Gebirge in Küstennähe seit Jahren kommerziell
befischt werden, haben bisher Fische überlebt, weil sie häufig
in tiefergelegene Gewässer gezogen sind. Bessere Fischereimethoden
wie der Einsatz von Sonar- systemen und der hohe Marktpreis für
exotische Tiefseefische machen vielen Arten nun den Garaus. In Untersuchungen
in der Tasman See konnten Wissenschaftler feststellen, dass der
Artbestände an Korallen und Würmern, die bis zu 90 Prozent
der Böden bedecken, innerhalb kürzester Zeit auf knappe
fünf Prozent fallen können. Das entspricht einer Einbuße
der gesamten Biomasse um die Hälfte. Die Regeneration dagegen
benötigt extrem viel Zeit. Nach Angaben des Meeresbiologen
John Dower von der University of Victoria in British Columbia gibt
es im Nord-Pazifik Gebiete, die sich seit 50 Jahren immer noch nicht
von den Folgen der Fischerei erholt haben (pte).
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