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Klimawandel beeinflusst Biodiversität in Europa
 
 

umg.info 2004

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Klimawandel beeinflusst Biodiversität in Europa
Deutsches Bundesamt legt Literaturstudie vor

Das deutsche Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat eine Literaturstudie über Klimawandel durch Temperaturerhöh- ungen und CO2-Zunahme erstellt. Demnach lassen sich die Folgen der Erwärmung auch an heimischen Pflanzen und Tieren nachweisen. Pflanzen blühen und fruchten früher, Zugvögel ziehen im Winter nicht mehr fort und die Bewohner der Meere verändern ihr Wanderungsverhalten.
Die Ergebnisse der Studie basieren auf der Auswertung von 1.000 Literaturzitaten, die das Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Göttingen für das BfN vorgenommen hat. Demnach reagieren viele Arten bereits auf die Klimaveränderungen, indem sie ihr Verhalten verändern, ihren Lebensrhythmus anpassen oder sich ihre Verbreitungs- gebiete verschieben. Die Auswirkungen dieser Veränderungen sind kaum vorhersagbar. Es scheint aber absehbar, dass neue Arten mit noch unbekannten Eigenschaften einwandern und klimabedingte Verluste heimischer Arten zunehmen werden. Diese können in den nächsten Jahrzehnten sogar weitaus höher sein als es andere menschliche Gefährdungsfaktoren bisher jemals waren, berichtet das BfN. "In Deutschland könnten zwischen fünf und 30 Prozent der Arten aussterben. Wenn eine Reduktion der Klimaerwärmung nicht gelingt, können nur größere, vernetzte Schutzgebiete genügend Ausweich- bzw. Wanderungsmöglichkeiten bieten", erklärt Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (pte).