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umg.info 2001 |
Akutelles aus Wissenschaft und Forschung |
Exhumierung von Opfern der spanischen Grippe geplant
Beschaffenheit des tödlichen Virus soll entschlüsselt
werden
Wissenschaftler der Queen Mary’s School of Medicine
haben laut BBC um die Erlaubnis zur Exhumierung von zehn Londonern
angesucht, die 1918 an der spanischen Grippe gestorben sind. Das
Team um John Oxford will auf diesem Weg die genetische Beschaffenheit
eines der tödlichsten bekannten Viren entschlüsseln. Im
Winter 1918/1919 starben rund 40 Millionen Menschen an der spanischen
Grippe.
Die sterblichen Überreste der Grippe-Opfer wurden in Blei- särgen
begraben. Oxford geht daher davon aus, dass die Körper so gut
konserviert sein werden, dass das Virus extrahiert werden kann.
Verfahren der Molekularbiologie sollen in der Folge erlauben, das
Virus wiederherzustellen oder zumindest seinen genetischen Aufbau
zu studieren. Es wird nicht erwartet, ein intaktes Virus zu finden.
Auf jeden Fall sollte es jedoch eindeutige Spuren in den Lungen
der Verstorbenen hinterlassen haben.
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Dieses Projekt ist der letzte Schritt einer weltweiten Suche nach
den Ursachen der großen Grippe-Epidemie zu Anfang des 20.
Jahrhunderts. Vor zwei Jahren versuchte ein anderes Wissenschaftlerteam
auf Spitzbergen das Virus aus den Körpern von Minenarbeitern
zu gewinnen. Trotz des herrschenden Dauerfrostes zeigte sich, dass
die sterblichen Überreste weniger gut erhalten waren als erwartet.
Das Studium von Fragmenten des gefährlichen Typ A Stammes soll
Experten dabei helfen, sich auf neue Ausbrüche vorzubereiten.
Beim letzten Ausbruch in Großbritannien starben 20.000 vor
allem ältere Menschen (pte, Oktober 01).
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