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Afrika zerbricht  - Forscher untersuchen die Spaltung des Kontinents
 
 

umg.info 2003

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Afrika zerbricht
Forscher untersuchen die Spaltung des Kontinents

Afrika zerbricht - Forscher untersuchen die Spaltung des Kontinents
Wie ein Reißverschluss öffnet sich seit Jahrmillionen von Süden nach Norden das Rote Meer, wobei die Arabische Platte von Afrika weg nach Norden wandert. Südlich davon zieht sich ein 6.000 Kilometer langer Riss durch Ostafrika bis nach Mosambik. Der Kontinent wird gespalten, weil tief unten ein Strom glühenden Gesteinsbreis aufsteigt, der die Erdkruste wie ein Schneidbrenner auf- schmilzt. Nach Berechnungen der Geophysiker Richard Gordon und Dezhi Chu von der Universität Houston wird der ost- afrikanische Graben in zehn Mio. Jahren auf das Ausmaß des Roten Meeres angewachsen sein. Dann ist Ostafrika ein eigener Kontinent, berichtet das Fachblatt "Nature".
Zwischen dem Türkischen Taurusgebirge und dem Roten Meer kommen sich zwei Erdplatten besonders nahe: die Afrikanische und die Arabische Erdplatte. Ähnlich wie im San-Andreas- Graben in Kalifornien schrammen diese beiden Platten aneinander vorbei, wodurch es immer wieder zu verheerenden Erdbeben kommt. Verantwortlich für die Plattenbewegungen am Toten Meer ist das Zerbrechen des Afrikanischen Kontinents. Wissenschaftlern des Geoforschungszentrum Potsdam ist es nun gelungen, die Ausdehnung und Aus- wirkungen der Bruchzonen des Toten Meeres bis in eine Tiefe von 100 Kilometern nachzuweisen,
Das Forscherteam stellte fest, dass der Bereich der stärksten Gesteinsverformungen entlang der Plattengrenze auf eine relativ schmale, nur etwa 20 Kilometer breite Zone beschränkt ist. Außerhalb dieses Bereichs bleiben die Gesteine von den Deformationsvorgängen nahezu unbeeinflusst. Während es im oberen Bereich dieser schmalen tektonischen Naht im Jordan- Tal zu Erdbeben kommt, ermöglicht sie in der Tiefe von mehr als 30 Kilometern ein ungestörtes Vorbeigleiten der Platten. Während der letzten 20 Mio. Jahren kam es so zu einem relativen Versatz von etwa 105 Kilometern (pte).