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Ökologische Bewertung von Bergbauernhöfen
 
 

Ökologische Bewertung von Berg-
bauernhöfen

Nutzungsintensität und Artenvielfalt
Im Auftrag des Vorarlberger Naturschutzrats wurden die Auswirkungen unterschiedlicher Nutzungsintensitäten auf Vegetation und Strukturvielfalt von insgesamt vier extensiven und vier intensiven Bergbauernhöfen untersucht. Bewertungs- kriterien waren Pflanzengesellschaften, Artenvielfalt, Land- schaftselemente, Kleinstrukturen und gefährdete Pflanzen- arten.
Intensiv wirtschaftende Betriebe verfügen über mehr land- wirtschaftliche Nutzfläche, hatten einen geringeren Anteil an Steilflächen und lagen durchschnittlich um 470 m niedriger. Auf Intensivbetrieben dominierten Vielschnittwiesen, produktive Mähweiden und Weidelgras-Weiden, während Extensiv- betriebe einen höheren Anteil an ein- bis dreimal genutzten Wiesen hatten. Extensiv wirtschaftende Höfe wiesen auf Grund der größeren Biotopvielfalt durchschnittlich eine um 20 % höhere Artenzahl pro Betrieb auf, wobei ein eindeutiger Zu- sammenhang zwischen Gesamtartenzahl und Anzahl unter- schiedlicher Lebensraumtypen besteht.
 
UMG Umweltbüro Grabher (2004): Ökologische Bewertung von Vorarlberger Bergbauernhöfen unterschiedlicher Nutzungsintensität. - Im Auftrag des Vorarlberger Natur- schutzrates.
Download als pdf (3,8MB)
 
 
Vorarlberg ist ein Bergland. Etwa zwei Drittel der Landesfläche liegen über 1000 m. Meereshöhe. Wiesen und Weiden prägen das Landschaftsbild. Mit zunehmender Höhenlage wird die Vegetationszeit kürzer, die durchschnittliche Jahrestemperatur sinkt um etwa 0,6 Grad pro 100 Höhenmeter. Dies bestimmt die optimale Nutzungshäufigkeit der Wiesen. Streuwiesen kommen von der Talsohle bis in hohe Lagen vor. Die nassen Wiesen werden nur einmal im Jahr gemäht und nicht gedüngt. Für einmähdige, trockene Standorte sind Halbtrockenrasen die typischen Wiesen, die beispielsweise im Walgau und der Sonnseite des Großen Walsertals häufig vorkommen.
Glatthaferwiesen sind neben Goldhaferwiesen die typischen Bergfettwiesen, die meist zweimal pro Jahr gemäht werden. Glatthaferwiesen kommen eher in trockenen und niederen Lagen vor, Goldhaferwiesen in niederschlagsreicheren und höheren Lagen. Die Goldpippau-Kammgrasweide hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in niederschlagsreichen Bergregionen der unteren subalpinen Stufe. Dreimähdige Wiesen oder zweimähdige Wiesen mit einer intensiveren Weidenutzung sind meist Knäuelgras-Kräuterwiesen. Produktive Fettwiesen sind meist typische Raygraswiesen, im Bild mit Englischem Raygras.