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Geschichte des Naturschutzes in Vorarlberg
 
 

Geschichte des Naturschutzes in Vorarlberg

eine wechselvolle Vergangenheit
Einerseits hat sich seit der Zeit Josef Blumrichs, dem ehrenamt­lichen Leiter der ersten Vorarlberger Fachstelle für Naturschutz von 1924 bis 1936, vieles verändert. Andererseits jedoch traten viele vermeintlich „moderne“ Naturschutzprobleme und -konflikte oft in gleicher oder ähnlicher Form bereits vor Jahr­zehnten auf: Fischfressende Vögel - vor allem Kormorane, Ent­wässerungen von Feuchtgebieten oder alpine Ruhezonen sorgten bereits in den 1930er Jahren für heftige Diskussionen. Auch wurde schon vor Jahrzehnten oft erstaunlich professionell gearbeitet. Die Kenntnis der Entwicklung des Naturschutzes ist nicht nur aus historischer Sicht interessant, sondern auch für die aktuelle Naturschutzarbeit wertvoll. UMG hat im Auftrag des Vorarlberger Naturschutzrates die Naturschutzgeschichte aus ökologischer Sicht aufgearbeitet.
 
Aschauer, M., Grabher, M. & Loacker I. (2007): Geschichte des Naturschutzes in Vorarlberg. Eine Betrachtung aus ökologischer Sicht. UMG Berichte 6, UMG Umweltbüro Grabher, Bregenz, 172 S.
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Das Edelweiß (Leontopodium alpinum) war die erste Pflanze, zu deren Schutz 1904 ein Gesetz in Vorarlberg erlassen wurde.< Die Forderung nach der Unterschutzstellung des Steinadlers löste in den 1930er Jahren heftige Diskussionen in Vorarlberg aus. Das Rheinholz war Teil des ersten Vorarlberger Naturschutzgebietes, der Rheinau, die 1942 unter Schutz gestellt wurde und den Rheinspitz sowie eine 1 km breite Uferzone bis zum neuen Rhein umfasste. Die Unterschutzstellung des Schlosshügels in Koblach führte zu großen Protesten vor allem bei der Vorarlberger Jugend: 1971 wurde fünf Tage vor dem Pop- und Lyrik-Festival „Flint 2“ das Schutzgebiet verordnet und dadurch das Festival verhindert.
Der Geschützte Landschaftsteil Rellstal-Lünerseegebiet ist das einzige Schutzgebiet, gegen das es in Vorarlberg keine Gegenstimmen gab. Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft und Grundeigentümer wünschten und forderten einstimmig den Schutz, um einen geplanten Gipsabbau zu verhindern. Im Bild der Saulakopf und das Gispköpfle, eine der drei Gipslagerstätten im Rellstal, Montafon. Hochifen und Gottesacker, ein Karstgebiet mit einer artenreichen Pflanzenwelt, sind eines der drei Pflanzenschutzgebiete, die heute noch existieren. Der Großteil der Pflanzenschutzgebiete wurde 1998 wieder aufgehoben. Es handelte sich um Schutzgebiete, die in den 1950er und 1960er Jahren in touristisch gut erschlossenen Regionen ausgewiesen wurden aus Angst, die alpine Flora könne den steigenden Besucherzahlen zum Opfer fallen. Der Streuewiesenbiotpverbund Rheintal und Walgau, mit dem im Jahre 1990 über 600 ha Streuwiesen außerhalb der bestehenden Naturschutzgebiete unter Schutz gestellt wurden, war ein Meilensteinen im Vorarlberger Naturschutz. Protestschild gegen die Autobahn A 15, dem Vorgängerprojekt der Bodensee-Schnellstraße S 18, an einem Stall im Lauteracher Ried. Auch die S 18 wurde im Jahr 2006  aufgrund der EU-Vorgaben zu Natura 2000 ad acta gelegt.