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Neophyten in Vorarlberg
 
 

Neophyten in Vorarlberg

Gebietsfremde Pflanzenarten

Die Ausbreitung „exotischer Arten“ ist nahezu global zu einem Problem geworden. Auch in Österreich gelten inzwischen 27 Prozent der wild wachsenden Pflanzen als Neubürger - als Neophyten (Essl & Rabitsch 2002). Interessant ist die Tat­sache, dass Pflanzen aus der alten Welt in der neuen Welt erfolgreicher sind als umgekehrt. Seit 1500 haben sich in Nordamerika 150 europäische Arten etabliert, während in Europa etwa 90 nordamerikanische Arten Fuß fassen konnten (Müller 2005).
Johann Schwimmer hat schon 1948 aus Vorarlberg über dieses Problem berichtet: Er erwähnt den Japan-Knöterich, den Josef Murr 1908 beim Aufstieg auf die Schattenburg in Feldkirch ent­deckt hatte. Bis heute tauchen immer wieder neue Problem­arten auf: Derzeit breitet sich die nordamerikanische Aufrechte Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) in vielen Regionen stark aus. Ihr Blütenstaub kann starke Allergien auslösen. Auch aus Vor­arlberg existieren bereits Nachweise.
Die Haarästige Hirse (Panicum capillare) stammt ursprünglich ebenfalls aus Nordamerika und hat sich erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Österreich angesiedelt. Seit wenigen Jahren kommt dieses Süßgras großflächig in ausge­trockneten Streuwiesen des Naturschutzgebietes Rheindelta vor und verdrängt die ursprüngliche Vegetation.
 

weitere Information zu Neophyten in Vorarlberg: www.neophyten.net
 
 
Literatur / Unterlagen
Essl, F. & W. Rabitsch (2002): Neobiota in Österreich. Umweltbundes- amt, Wien, 432 S.
Müller, N. (2005): Biologischer Imperialismus – zum Erfolg von Neo- phyten in Großstädten der alten und neuen Welt. Artenschutzreport 18: 49-63.
Schwimmer, J. (1946): Unerwünschte Gäste der heimischen Pflanzen- welt. Montfort 1 (9/12): 227-230