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umg.info 2006 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Straßenräumung und Umweltschutz
Streusalz belastet Fließgewässer
In harten Wintern werden große Mengen an Streusalz ausge- bracht. Studien aus den USA zeigen, dass die Chloridgehalte vieler Flüsse dadurch für Lebewesen bedenkliche Konzen- trationen erreichen können.
Sujay Kaushal und sieben Koautoren haben festgestellt, dass Salzverschmutzung eine der maßgeblichen Gefahren für Süß- wasserökosysteme im Nordosten der USA ist. Hauptverursacher ist Streusalz, das vor allem aus Natrium- chlorid besteht. Bereits eine chronische Belastung mit Chlorid- konzentrationen von nur 0,25 g/l kann Süßwasserlebewesen beeinträchtigen. Im Vergleich dazu hat Meerwasser etwa 15-20 Gramm Chlorid pro Liter.
Sowohl in ländlichen als auch in städtischen Flüssen be- stimmten die Wissenschaftler die Chloridkonzentrationen. Sie verwendeten 30jährige Datenreihen von Flüssen aus drei ländlichen Gebieten (Baltimore County, Maryland; Hudson River Valley, New York, und die White Mountains, New Hampshire) und fünfjährige Datenreihen von Flüssen im städtischen Bereich von Baltimore.
Die Chloridkonzentration stieg in städtischen Flüssen stark an. In Baltimore City wird der Chloridgrenzwert von 0,25 g/l häufig überschritten. Einige Flüsse erreichen bis zu 5 g/l, was einem Viertel des Salzgehaltes von Meerwasser entspricht. Besonders hoch sind die Chloridwerte in stark versiegelten Gebieten.
„Salz könnte sich in Wasser führenden Schichten ablagern und so zu einer Langzeitwirkung führen“, meint Margaret Palmer, Direktorin des Chesapeak Biological Laboratory in Solomons, Maryland. Forscher warnen davor, dass deshalb die Salz- belastung der Flüsse über Jahrzehnte anhalten wird, auch wenn der Einsatz von Streusalz reduziert wird (umg).
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Kaushal, S. S. et al. (2005): Increased salinization of fresh water in the northeastern United States. Proceedings of National Academy of Sciences 102: 13517-13520. |
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